Lernen und digitale Medien

"Alles, was digitalisiert werden kann, wird digitalisiert" sagt Carly Fiorina, und sie weiß durchaus, wovon sie spricht. Digitalisierung ist die wichtigste Technologie der Gegenwart.

Die Diskussion darüber, ob Kinder - in und außerhalb der Schule - digitale Medien verwenden sollen und ob wir die Verwendung derselben fördern sollen oder nicht, ist völlig irrelevant. Unsere Kinder verwenden sie bereits!

Unsere Zehnjährigen sind längst bestens mit Smartphones versorgt, sie nutzen digitale Medien und soziale Netzwerke zur Kommunikation, Computer, Tablets, Smartphones und jede Menge digitaler Anwendungen gehören zu ihrem Alltag. Es ist nicht mehr die Frage, ob wir die Schüler für einen späteren Umgang mit Computern vorbereiten sollen, die Schüler brauchen unsere Hilfe jetzt!

Wenn wir unseren Kindern im Grundschul- und Mittelstufenalter die Hilfe im Umgang mit digitalen Medien versagen, dann lassen wir sie mit diesen allein und setzen sie genau jenen Gefahren aus, denen wir sie keinesfalls aussetzen möchten.

Wissensexplosion

Derzeit verdoppelt sich das Wissen der Menschheit laut Berechnungen von Experten alle fünf Jahre -andere Experten sprechen wieder von 7 oder 10 Jahren. Tatsache ist, dass eine derart rasante, ja geradezu explosionsartige Vermehrung des Wissens ein Überdenken der herkömmlichen Formen des Lernens zur Folge haben muss. Viel Wissen, das uns heute bedeutsam und richtig erscheint, wird in 30 Jahren unwichtig oder überholt sein. Anstelle des Aneignens von möglichst viel Faktenwissen, wie wir es aus der Schule der Vergangenheit kennen, wird die Schule der Zukunft vermehrt auf Wissensmanagement setzen.

Tablets und Smartphones

Selbstverständlich können und sollen Computer, Tablets oder Smartphones das Denken nicht ersetzen - aber sie können es unterstützen. Was im "wirklichen Leben" bereits selbstverständlich ist, sollte natürlich auch für die Schule gelten: Wir müssen Computer als Werkzeuge sehen, und nicht als Spielzeuge. Und wenn heute die Arbeitswelt in kaum einem Bereich mehr auf Computer verzichten kann, dann kann es die Schule zweifellos auch nicht! 

E-Learning

Wir leben heute bereits ein "E-Life" - ein Leben, das durch den Gebrauch digitaler Medien unterstützt und geprägt wird; umso mehr werden digitale Medien in Zukunft das Leben unsere Schüler beeinflussen. Daher scheint es nur selbstverständlich zu sein, dass in den Schulen - bei der Vorbereitung auf ebendieses Leben - das E-Learning, also das durch elektronische und digitale Medien gestützte Lernen, ein Unterrichtsprinzip sein sollte.

Im Jahr 2012 wurde der Druck der Encylopaedia Britannica eingestellt, seit 2014 wird die Printausgabe der Brockhaus-Enzyklopädie nicht mehr vertrieben. Dafür expandiert die online-Enzyklopädie Wikipedia in unvorstellbarem Ausmaß.

Tablets - Praxis

Es gibt zahlreiche Seiten im Internet und auch Bücher und Broschüren, die Tipps für den Einsatz von Tablets im Unterricht bereitstellen. Ich führe eine iPad-Klasse, in der jeder Schüler mit einem eigenen iPad ausgestattet ist (BYOD). Die hier gemachten Vorschläge sind praxiserprobt und wurden meist mit iPads durchgeführt, die meisten sind aber so oder in ähnlicher Form auch auf anderen Tablets oder Laptops realisierbar. Die Liste soll ständig erweitert werden.