Wissensexplosion

Derzeit verdoppelt sich das Wissen der Menschheit laut Berechnungen von Experten alle fünf Jahre -andere Experten sprechen wieder von 7 oder 10 Jahren. Tatsache ist, dass eine derart rasante, ja geradezu explosionsartige Vermehrung des Wissens ein Überdenken der herkömmlichen Formen des Lernens zur Folge haben muss. Viel Wissen, das uns heute bedeutsam und richtig erscheint, wird in 30 Jahren unwichtig oder überholt sein. Anstelle des Aneignens von möglichst viel Faktenwissen, wie wir es aus der Schule der Vergangenheit kennen, wird die Schule der Zukunft vermehrt auf Wissensmanagement setzen.

 

Der Zugang zu Wissen war in der Vergangenheit immer Eliten vorbehalten. Noch vor wenigen Jahren haben wir uns den (weitgehend) unbeschränkten Zugang zu Wissen als paradiesischen Zustand vorgestellt, einen Wunschtraum. Heute ist die Möglichkeit des Abrufs von unglaublich viel Wissen für jeden, der einen Computer, ein Tablet oder ein Smartphone sein eigen nennt, zur Realität geworden. Eine der wenigen Organisationen, die diese Möglichkeiten nur peripher nutzen, sind die Schulen - jene Einrichtugen, die eigentlich unseren Kindern den Umgang mit ebendiesen Medien und deren Möglichkeiten vermitteln sollten.

Der Umgang mit Computern und digitalen Medien ist heute eine Kulturtechnik wie lesen, schreiben und rechnen. Auf jedem Arbeitsplatz steht ein Computer, jeder - auch beinahe jeder Schüler - geht selbstverständlich mit dem Smartphone um und hat somit auch Zugang zu einem ungvorstellbar großen Wissensreservoir. Auch viele soziale Kontakte - im privaten wie im beruflichen Bereich - laufen über das Internet. Und was passiert an vielen Schulen? Anstatt die Möglichkeiten zu nutzen, die sich durch diese neue Situation ergeben haben, und den Schülern beim Umgang mit dem möglichen Zugang zu Wissen zu unterstützen, verbannen wir unter Strafandrohung Smartphones aus den Klassenzimmern. 

Die Vermutung liegt nahe, dass sich viele Lehrer nicht ausreichend mit den neuen Medien und den Chancen, aber auch Gefahren des Internet auseinandergesetzt haben. Häufig wird versucht, diesen heute bereits wesentlichen und unverzichtbaren Teil der Lebensrealität einfach auszublenden. Da die meisten Lehrer, die an unseren Schulen unterrichten, in ihrer Ausbildung nicht oder kaum gelernt haben, mit digitalen Medien und Internet umzugehen, wird mit allen möglichen fadenscheinigen Argumenten und Ausreden versucht, sich der Verantwortung unseren Schülern gegenüber in diesem Bereich zu entziehen. Viel zu viele Lehrer versäumen es, sich in dieser Materie ausreichend fortzubilden. Dies ist umso erstaunlicher, als Lehrer doch Vorbilder für das sein sollten, worauf sie die Schüler vorbereiten und wofür sie sie begeistern sollten: Lebenslanges Lernen!

 Für weiterführende Auseinandersetzung mit dem Thema siehe Literaturempfehlungen und Linkliste!